Gold ist nicht nur beliebt als Schmuck und Luxusgut, sondern auch eine der besten Wertanlagen: Es ist krisensicher, übersteht alle Kursverfalle und hat in den letzten Jahren sogar extrem an Wert gewonnen. Im März 2008 stieg der Goldpreis zum ersten mal auf über 1000$, nachdem er sich in sechs Jahren vervierfacht hatte. Der hohe Marktpreis – der höchste der Geschichte – führt zu einer stark steigenden Förderung, zuletzt 2600 Tonnen jährlich. Die Zahl der Minen wächst ständig und zunehmend befinden sie sich in Ländern der dritten Welt, in Asien, Südamerika und Afrika. Dort treten die ökologischen Probleme, die den Goldabbau schon immer begleitet haben, besonders extrem zu Tage.

Zwar handelt es sich beim Goldabbau um den Gewinn von (im Vergleich zu anderen Edelmetallen) relativ geringen Mengen, jedoch wird die Natur in einem extremen Maß zerstört. In Südafrika wird das Gold für die beliebte Goldmünze Krügerrand aus über 3.000 Meter Tiefe gefördert.  Weil Gold nur in sehr kleinen Anteilen im Gestein enthalten ist, müssen riesige Mengen an Gestein bewegt und bearbeitet werden: Für jede gewonnene Tonne des Edelmetalles durchschnittlich etwa drei Millionen Tonnen Erde. Um das Gold aus dem gesprengten und gemahlenen Gestein zu extrahieren, beträufelt man es tagelang mit Zyanid. Das zurückbleibende Gestein ist hochgiftig und schädlich für Boden und Grundwasser. Auch wenn das verseuchte Gestein nicht einfach ins Meer geleitet wird, wie es in Indonesien gängige Praxis ist, ist die Lagerung sehr schwierig: Das Zyanid bildet an der Luft Schwefelsäure, die sich langsam durch den Boden ins Grundwasser frisst. Die Entstehung von Schwefelsäure – wie sie etwa Autobatterien enthalten – ist vielleicht das größte ökologische Problem des Goldabbaus, weil es sich um einen sich ewig fortsetzenden Prozess handelt. Selbst Goldminen aus der römischen Antike, etwa im heutigen Frankreich, geben bis heute Schwefelsäure in die Umwelt ab.

Etwa 80% des geförderten Goldes weltweit wird mit der Zyanid-Methode gewonnen, wobei rund 182.000 Tonnen Zyanid jedes Jahr verbraucht werden. Das Ergebnis sind zerstörte, unfruchtbare Landschaften und vergiftetes Wasser. Ein anderes Verfahren der Goldgewinnung ist das Waschen von Flußsand mit Quecksilber, das Amalgamverfahren. Dabei verbindet sich das Gold mit dem Quecksilber zu einer Legierung, welche durch späteres Verdampfen des Quecksilbers wieder getrennt wird. So gelangen giftige Dämpfe direkt in Luft und Flüsse und es entstehen Schwermetalle wie Arsen, Blei, Kadmium und Quecksilber. Da diese Form der Goldgewinnung meist keine industriellen Züge trägt und in entlegenen Gebieten stattfindet, gibt es keine Umweltbeschränkungen und die Zerstörung der Natur ist unmittelbar. Allein in den Amazonas werden jedes Jahr etwa 100 Tonnen Quecksilber geschüttet.

Doch nicht nur die ökologischen Schäden sind immens, auch Menschen vor allem in der dritten Welt leiden unter dem Goldabbau. Nach Schätzungen der UN sterben jedes Jahr 15.000 Menschen an den Folgen der Goldgewinnung, Zehntausende werden jedes Jahr vertrieben, um Platz für Minen zu schaffen. Trotzdem ist in Zukunft nur mit einem weiteren Anstieg der Förderung zu rechnen.

Fast 80% des Goldes wird für Schmuck verwendet – der Bedarf an Gold für Industrie oder Zahntechnik ist vergleichbar gering. In Anbetracht der hohen Kosten des Goldabbaus für die Umwelt, wird zunehmend gefordert, dass Nationalstaaten Teile ihrer Goldreserven dem Markt zuführen. Allein die USA lagert über 8.000 Tonnen Gold, die Bundesrepublik Deutschland besitzt das zweitgrößte Goldlager der Welt mit über 3.400 Tonnen. Doch selbst diese Reserven könnten die stetig steigende Nachfrage nach Gold nur für wenige Jahre decken.